Mentale GesundheitDeutschland

Psychose

Wie werden Psychosen behandelt?

Ein Überblick über Akutbehandlung, Medikamente, Psychotherapie und psychosoziale Hilfen – ausgerichtet an persönlichen Zielen und Sicherheit.

Ein Überblick über Akutbehandlung, Medikamente, Psychotherapie und psychosoziale Hilfen – ausgerichtet an persönlichen Zielen und Sicherheit.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
Hinweis:
Quellenbasierter redaktioneller Inhalt

Behandlung richtet sich nach Ursache und Phase

Eine erstmalig auftretende oder akute Psychose wird zunächst diagnostisch eingeordnet. Fachpersonen prüfen die aktuelle Gefährdung, mögliche körperliche Ursachen, den Einfluss von Medikamenten und Substanzen sowie Hinweise auf affektive oder psychotische Erkrankungen. Die Behandlung kann ambulant, teilstationär oder stationär erfolgen.

Bei schwerer Verwirrtheit, fehlender Selbstversorgung oder akuter Gefahr kann eine Klinik einen geschützten Rahmen bieten. Eine stationäre Behandlung bedeutet kein persönliches Versagen, sondern ist eine mögliche Form intensiver Hilfe.

Mehrere Bausteine wirken zusammen

Nicht jeder Baustein passt zu jeder Zeit. Ziele und Maßnahmen sollten verständlich besprochen und regelmäßig überprüft werden.

  • verständliche Informationen über Beschwerden, Diagnose und Behandlungsoptionen
  • Antipsychotika nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung
  • Psychotherapie, insbesondere auf psychotische Erfahrungen abgestimmte Verfahren
  • Einbezug von Angehörigen oder Vertrauenspersonen mit Einwilligung
  • Unterstützung bei Wohnen, Arbeit, Ausbildung, Finanzen und sozialer Teilhabe
  • Behandlung von Depression, Angst, Sucht und körperlichen Erkrankungen

Gemeinsame Entscheidungen bleiben wichtig

Auch bei einer schweren Erkrankung sollen Wünsche, bisherige Erfahrungen und Nebenwirkungen berücksichtigt werden. In akuten Phasen kann die Fähigkeit, bestimmte Behandlungsentscheidungen zu treffen, vorübergehend eingeschränkt sein. Dann sind eine transparente Kommunikation, die mildeste geeignete Maßnahme und eine spätere gemeinsame Auswertung besonders wichtig.

Behandlungsvereinbarungen und Vorsorgedokumente können festhalten, was in einer erneuten Krise hilfreich oder belastend war.

Genesung umfasst den ganzen Alltag

Behandlung zielt nicht nur darauf, Halluzinationen oder Wahn zu verringern. Schlaf, körperliche Gesundheit, Beziehungen, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe gehören ebenso dazu.

Erste Anlaufstellen können psychiatrische Praxen, Institutsambulanzen, sozialpsychiatrische Dienste und Hausarztpraxen sein. Bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden hilft die 116117 weiter. In akuter Gefahr rufen Sie 112.

Medizinischer Hinweis

Diese Informationen richten sich an Erwachsene und dienen der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Neu auftretende psychotische Beschwerden, starke Verwirrtheit oder ein deutlicher Verlust der Alltagsfähigkeit sollten zeitnah ärztlich oder psychiatrisch beurteilt werden.

Häufige Fragen

Muss eine Psychose immer stationär behandelt werden?

Nein. Das hängt von Schwere, Ursache, Sicherheit, Unterstützung und erreichbarer ambulanter Versorgung ab.

Besteht Behandlung nur aus Medikamenten?

Nein. Psychotherapie, Psychoedukation, Familienangebote und psychosoziale Hilfen sind wichtige Bestandteile.

Kann ich Behandlungsziele mitbestimmen?

Ja. Gemeinsame Entscheidungen und persönliche Ziele sollen berücksichtigt werden, soweit die akute Situation dies zulässt.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Psychose.

Weiterlesen