Sucht und Suchterkrankungen
Sucht in Familie und Partnerschaft
Wie Angehörige unterstützen können, ohne Verantwortung für den Konsum zu übernehmen, und warum eigene Grenzen wichtig sind.
Wie Angehörige unterstützen können, ohne Verantwortung für den Konsum zu übernehmen, und warum eigene Grenzen wichtig sind.
Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
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Sie können unterstützen, aber nicht kontrollieren
Sprechen Sie konkrete Beobachtungen in einem möglichst ruhigen, nüchternen Moment an. Beschreiben Sie Auswirkungen auf Sie und vermeiden Sie Etiketten oder Diskussionen darüber, ob die Person wirklich abhängig ist.
Sie können Informationen, Begleitung oder einen Kontakt zur Beratung anbieten. Die Verantwortung für die Veränderung bleibt bei der betroffenen Person. Angehörigenberatung ist auch möglich, wenn die betroffene Person selbst keine Hilfe annimmt.
Grenzen schützen alle Beteiligten
Grenzen sind keine Strafe. Sie sollten konkret, umsetzbar und auf Sicherheit ausgerichtet sein. Bei Gewalt oder Drohungen hat der eigene Schutz Vorrang.
- nicht bei einer berauschten Person mitfahren und sie nicht fahren lassen
- Kinder und andere Schutzbedürftige aus gefährlichen Situationen bringen
- Schulden oder andere Folgen des Konsums nicht heimlich ausgleichen
- keine Medikamente oder Substanzen beschaffen
- klar benennen, welche Unterstützung Sie leisten können und welche nicht
In Notfällen handeln
Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfällen, schwerer Verwirrtheit oder akuter Eigen- oder Fremdgefährdung rufen Sie 112. Lassen Sie eine bewusstlose Person nicht allein und folgen Sie den Anweisungen der Leitstelle.
Für die längerfristige Belastung stehen Suchtberatung, Angehörigengruppen und psychotherapeutische Unterstützung zur Verfügung. Auch Ihre Gesundheit und Erholung verdienen Aufmerksamkeit.
Medizinischer Hinweis
Diese Informationen richten sich an Erwachsene und dienen der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Setzen Sie Alkohol, Benzodiazepine oder andere möglicherweise abhängig machende Substanzen nach regelmäßigem Konsum nicht abrupt ohne medizinische Rücksprache ab.
Häufige Fragen
Wie überzeuge ich jemanden von einer Behandlung?
Druck und Streit führen selten zu einer tragfähigen Veränderung. Sprechen Sie konkrete Beobachtungen und Grenzen an, bieten Sie Unterstützung bei einem ersten Kontakt an und lassen Sie sich selbst beraten.
Soll ich Schulden bezahlen?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Wer Schulden ohne einen gemeinsamen Plan begleicht, kann dadurch Folgen des Konsums verdecken. Lassen Sie sich von einer Sucht- oder Schuldnerberatung unterstützen.
Darf ich Grenzen setzen?
Ja. Klare Grenzen schützen Ihre Gesundheit und Sicherheit. Bei Gewalt oder Gefahr holen Sie sofort Hilfe.
Quellen
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS, 2024)
- Suchtberatung digital (Suchtberatung digital, 2024)
- BZgA-Informationsangebote zu Sucht (BZgA, 2024)
Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.
Weitere Informationen
Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Sucht und Suchterkrankungen.
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