Sucht und Suchterkrankungen
Konsum reduzieren oder aufhören
Wie Veränderung realistisch vorbereitet wird, welche Strategien helfen und wann ein medizinisch begleiteter Entzug nötig ist.
Wie Veränderung realistisch vorbereitet wird, welche Strategien helfen und wann ein medizinisch begleiteter Entzug nötig ist.
Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
- Hinweis:
- Quellenbasierter redaktioneller Inhalt
Ein konkreter Plan ist hilfreicher als ein Vorsatz
Notieren Sie, was Sie verändern möchten und warum. Beobachten Sie eine Zeit lang, welche Situationen, Gefühle, Menschen und Orte den Konsum auslösen oder begünstigen. Planen Sie Alternativen und Unterstützung, bevor schwierige Situationen entstehen.
- ein klares, überprüfbares Ziel und einen Starttermin wählen
- Substanzen, Glücksspielzugänge oder Auslöser aus dem direkten Umfeld entfernen
- eine vertraute Person und eine fachliche Anlaufstelle einbeziehen
- Umgang mit Verlangen und Risikosituationen vorab planen
- Fortschritte und Ausrutscher ohne Beschönigung dokumentieren
Sicherheit kommt vor Tempo
Nach regelmäßig hohem Alkoholkonsum oder längerer Einnahme von Benzodiazepinen kann abruptes Absetzen lebensgefährlich sein. Auch andere Substanzen können schwere körperliche oder psychische Krisen auslösen. Lassen Sie das Entzugsrisiko ärztlich einschätzen.
Mischkonsum, frühere Krampfanfälle oder Delirien, Schwangerschaft, schwere körperliche Erkrankungen und Suizidgedanken sind wichtige Gründe für engmaschige medizinische Begleitung.
Wenn der erste Plan nicht hält
Wenn ein Reduktionsversuch nicht gelingt, liefert das wichtige Hinweise und ist kein Beweis persönlicher Schwäche. Vielleicht braucht es ein anderes Ziel, mehr Schutz vor Auslösern, Medikamente oder eine intensivere Behandlungsform.
Suchtberatung unterstützt auch Menschen, die noch unsicher zwischen Reduktion und Abstinenz sind. Unter Hilfe bei Sucht finden finden Sie konkrete Zugänge.
Medizinischer Hinweis
Diese Informationen richten sich an Erwachsene und dienen der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Setzen Sie Alkohol, Benzodiazepine oder andere möglicherweise abhängig machende Substanzen nach regelmäßigem Konsum nicht abrupt ohne medizinische Rücksprache ab.
Häufige Fragen
Soll ich langsam reduzieren oder sofort aufhören?
Das hängt von Substanz, Menge, Dauer und Gesundheitszustand ab. Bei Alkohol und Benzodiazepinen kann abruptes Aufhören gefährlich sein. Holen Sie medizinischen Rat.
Was mache ich bei starkem Verlangen?
Verlassen Sie nach Möglichkeit die Risikosituation, kontaktieren Sie eine unterstützende Person oder Anlaufstelle und versuchen Sie, den Konsum zunächst aufzuschieben. Ein individueller Notfallplan sollte Teil der Behandlung sein.
Ist ein misslungener Versuch ein Rückfall?
Die Bezeichnung ist weniger wichtig als der weitere Umgang damit. Prüfen Sie, was gefehlt hat, und holen Sie zusätzliche Unterstützung.
Quellen
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS, 2024)
- Suchtberatung digital (Suchtberatung digital, 2024)
- BZgA-Informationsangebote zu Sucht (BZgA, 2024)
Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.
Weitere Informationen
Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Sucht und Suchterkrankungen.
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