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Sucht und Suchterkrankungen

Medikamentenabhängigkeit erkennen

Wie Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmittel problematisch werden können und warum das Absetzen medizinisch begleitet werden sollte.

Wie Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmittel problematisch werden können und warum das Absetzen medizinisch begleitet werden sollte.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
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Auch verordnete Medikamente können abhängig machen

Ein Medikament kann medizinisch sinnvoll sein und dennoch bei längerer oder von der Verordnung abweichender Einnahme mit Risiken verbunden sein. Besonders relevant sind bestimmte Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie opioidhaltige Schmerzmittel. Eine Abhängigkeit kann auch entstehen, ohne dass jemand einen Rausch sucht.

Warnzeichen sind eigenständige Dosiserhöhungen, eine häufigere oder frühere Einnahme als vereinbart, Rezepte aus mehreren Quellen, starke Sorge, das Medikament könne ausgehen, oder das Gefühl, Alltag und Schlaf seien ohne das Mittel nicht mehr zu bewältigen.

Nicht eigenständig absetzen

Benzodiazepine und verwandte Mittel sollten nach längerer Einnahme meist schrittweise reduziert werden. Abruptes Absetzen kann schwere Angst, Schlaflosigkeit, Wahrnehmungsstörungen oder Krampfanfälle auslösen. Auch bei Opioiden müssen Entzugssymptome, Schmerzen und Rückfallrisiken berücksichtigt werden.

Sprechen Sie offen mit der Praxis, die das Medikament verordnet. Ein gemeinsam erstellter Plan ist sicherer als heimliches Reduzieren oder das Ersetzen des Medikaments durch Alkohol oder andere Substanzen.

Behandlung richtet sich nach dem ganzen Problem

Neben der sicheren Dosisreduktion müssen auch die ursprünglichen Beschwerden weiterbehandelt werden, etwa Schlafstörungen, Angst oder chronische Schmerzen. Sonst entsteht eine Versorgungslücke, die Rückfälle begünstigen kann.

Bei starker Benommenheit, sehr langsamer Atmung, bläulichen Lippen oder fehlender Reaktion rufen Sie 112. Das gilt besonders nach Mischkonsum.

Medizinischer Hinweis

Diese Informationen richten sich an Erwachsene und dienen der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Setzen Sie Alkohol, Benzodiazepine oder andere möglicherweise abhängig machende Substanzen nach regelmäßigem Konsum nicht abrupt ohne medizinische Rücksprache ab.

Häufige Fragen

Kann ich abhängig sein, obwohl mir das Medikament verschrieben wurde?

Ja. Körperliche Abhängigkeit und problematische Einnahme können auch bei verordneten Medikamenten entstehen.

Soll ich die Tabletten sofort wegwerfen?

Nein. Ein abruptes Absetzen kann gefährlich sein. Besprechen Sie einen schrittweisen Plan mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Ist körperliche Abhängigkeit dasselbe wie eine Suchterkrankung?

Nein. Toleranz und Entzug können auch bei medizinisch angemessener Einnahme auftreten. Eine Suchterkrankung umfasst weitere Merkmale wie Kontrollverlust, starkes Verlangen und die Fortsetzung der Einnahme trotz schädlicher Folgen.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Sucht und Suchterkrankungen.

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