Mentale GesundheitDeutschland

Suizidprävention

Trauer nach einem Suizid

Behutsame Orientierung für Hinterbliebene im Umgang mit Trauer, Schuldgefühlen und der eigenen Belastung.

Behutsame Orientierung für Hinterbliebene im Umgang mit Trauer, Schuldgefühlen und der eigenen Belastung.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
Hinweis:
Quellenbasierter redaktioneller Inhalt

Wenn Sie jetzt Unterstützung brauchen

Bei unmittelbarer Gefahr oder wenn Sie für Ihre Sicherheit nicht einstehen können, wählen Sie [112](tel:112) oder gehen Sie in eine Notaufnahme. Bleiben Sie nach Möglichkeit nicht allein und bitten Sie eine erreichbare Person, bei Ihnen zu bleiben.

Die TelefonSeelsorge erreichen Sie kostenlos und anonym unter [0800 111 0 111](tel:08001110111) oder [0800 111 0 222](tel:08001110222). Weitere sofort erreichbare Wege stehen unter Hilfe in Krisen. Für dringende fachliche Hilfe ohne akute Lebensgefahr ist die 116 117 eine Anlaufstelle.

Trauer kann widersprüchlich sein

Nach einem Suizid können Trauer, Schock, Wut, Schuldgefühle, Erleichterung, Scham und viele offene Fragen nebeneinanderstehen. Trauer verläuft nicht geradlinig. Es gibt weder einen richtigen Zeitplan noch eine vorgeschriebene Art zu trauern.

Die Suche nach einer eindeutigen Erklärung ist verständlich, wird der Komplexität eines Suizids aber meist nicht gerecht. Hinterbliebene tragen nicht die alleinige Verantwortung für eine Krise, die in der Regel von vielen Faktoren geprägt war.

Passende Unterstützung finden

Verlässliche Menschen, Trauerberatung, Psychotherapie, ärztliche Begleitung und Gruppen für Suizidhinterbliebene können auf unterschiedliche Weise unterstützen. Sie entscheiden selbst, mit wem und wie ausführlich Sie über den Tod sprechen möchten.

Praktische Hilfe im Alltag kann ebenso wichtig sein wie Gespräche. Bitten Sie zum Beispiel um Begleitung zu Terminen, Hilfe mit Mahlzeiten oder Kinderbetreuung sowie um regelmäßige kurze Kontakte.

Die eigene Sicherheit ernst nehmen

Ein Suizid im nahen Umfeld kann die eigene psychische Gesundheit stark belasten. Wenn Sie selbst nicht mehr leben möchten, Suizidgedanken haben oder sich nicht sicher fühlen, holen Sie sofort Unterstützung und bleiben Sie nicht allein.

Allgemeine Informationen zu Trauer und Depression finden Sie unter Trauer oder Depression?. Eine fachliche Abklärung kann Ihre Beschwerden einordnen und klären, welche Hilfe passend ist.

Erinnern ohne zu idealisieren

Erinnerungen dürfen den ganzen Menschen umfassen. Die Todesart muss weder verschwiegen noch in den Mittelpunkt gestellt werden. Eine sachliche Sprache ohne belastende Einzelheiten nimmt Rücksicht auf besonders verletzliche Menschen im Umfeld.

Medizinischer Hinweis

Diese Seite dient der allgemeinen Information. Sie kann weder die persönliche Einschätzung einer akuten Gefährdung noch Diagnose oder Behandlung ersetzen. Suizidgedanken sollten immer ernst genommen und fachlich besprochen werden.

Häufige Fragen

Bin ich schuld, weil ich Warnzeichen übersehen habe?

Schuldgefühle sind nach einem Suizid häufig. Ein Suizid lässt sich jedoch meist nicht auf eine einzelne Ursache oder Handlung zurückführen. Professionelle Trauerbegleitung kann helfen, die eigene Verantwortung realistisch einzuordnen.

Wann ist professionelle Hilfe sinnvoll?

Wenn die Belastung überwältigend bleibt, Alltag oder Schlaf stark beeinträchtigt sind, Schuldgefühle nicht nachlassen oder eigene Suizidgedanken auftreten.

Darf ich über die Todesart sprechen?

Ja. Sprechen Sie sachlich, verzichten Sie auf Einzelheiten und berücksichtigen Sie die Bedürfnisse der Beteiligten. Dramatisierende Darstellungen sollten vermieden werden.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Suizidprävention.

Weiterlesen