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Bipolare Störung

Bipolare Störung: Wie Angehörige unterstützen können

Wie Angehörige klar kommunizieren, Grenzen setzen und für Krisen vorsorgen können, ohne die eigene Gesundheit aus dem Blick zu verlieren.

Wie Angehörige klar kommunizieren, Grenzen setzen und für Krisen vorsorgen können, ohne die eigene Gesundheit aus dem Blick zu verlieren.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
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Quellenbasierter redaktioneller Inhalt

Unterstützen heißt nicht kontrollieren

Angehörige bemerken Veränderungen des Schlafs, der Aktivität und des Verhaltens oft früh. Hilfreich sind konkrete Beobachtungen statt Diagnosen oder Vorwürfe. „Du hast drei Nächte kaum geschlafen und wirkst viel getriebener“ eröffnet eher ein Gespräch als „Du bist wieder manisch“.

Solange keine akute Gefahr besteht, entscheidet die betroffene Person selbst. Eine Behandlung lässt sich nicht durch Druck erzwingen. Zugleich dürfen Angehörige bei Beschimpfungen, Gewalt, riskanten Geldgeschäften oder Überlastung klare Grenzen setzen.

In stabilen Zeiten gemeinsam vorsorgen

Solche Absprachen funktionieren am besten in einer stabilen Phase. Sie sollten regelmäßig überprüft und von allen Beteiligten verstanden werden.

  • persönliche Frühwarnzeichen schriftlich festhalten
  • vereinbaren, wer bei Veränderungen angesprochen wird
  • Kontaktdaten der behandelnden Praxis und Krisendienste bereithalten
  • klären, welche Unterstützung bei Terminen oder Alltag erwünscht ist
  • sich zu finanzieller und rechtlicher Vorsorge fachkundig beraten lassen
  • Grenzen und Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige benennen

Während einer Hochphase

Sprechen Sie ruhig, kurz und konkret. Vermeiden Sie lange Grundsatzdiskussionen über Überzeugungen, von denen sich die betroffene Person nicht abbringen lässt. Verringern Sie, soweit möglich und vereinbart, äußere Reize und schieben Sie weitreichende Entscheidungen auf. Kontaktieren Sie frühzeitig die behandelnde Praxis.

Bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung, Gewalt, schwerer Verwirrung oder schwerem Realitätsverlust wählen Sie den Notruf 112. Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr.

Die eigene Belastung zählt

Sorge, Schlafmangel und wiederkehrende Krisen können Angehörige stark belasten. Beratung, Angehörigengruppen, Psychotherapie und verlässliche Auszeiten sind keine Abwendung von der betroffenen Person, sondern Teil einer tragfähigen Unterstützung.

Die Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen bietet trialogische Informationen für Betroffene, Angehörige und Fachpersonen. Weitere allgemeine Anlaufstellen finden Sie unter Hilfe finden.

Medizinischer Hinweis

Diese Informationen richten sich an Erwachsene und dienen der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei deutlicher Überaktivität, stark vermindertem Schlafbedürfnis, Realitätsverlust, Suizidgedanken oder möglicher Eigen- oder Fremdgefährdung ist rasche psychiatrische Hilfe erforderlich.

Häufige Fragen

Wie spreche ich eine mögliche Hochphase an?

Beschreiben Sie konkrete Veränderungen des Schlafs, der Aktivität und des Verhaltens, sprechen Sie ruhig und schlagen Sie einen zeitnahen Kontakt zur behandelnden Praxis vor.

Darf ich Grenzen setzen?

Ja. Unterstützung bedeutet nicht, Beschimpfungen, Gewalt, finanzielle Risiken oder die eigene dauerhafte Überlastung hinzunehmen.

Was tun bei akuter Gefahr?

Bei unmittelbarer Eigen- oder Fremdgefährdung, Gewalt oder schwerem Realitätsverlust rufen Sie 112. Achten Sie auch auf Ihre eigene Sicherheit.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Bipolare Störung.

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