Mentale GesundheitDeutschland

Essstörungen

Behandlung von Essstörungen

Welche Bausteine eine spezialisierte Behandlung umfasst und wie über Behandlungsort und Dringlichkeit individuell entschieden wird.

Welche Bausteine eine spezialisierte Behandlung umfasst und wie über Behandlungsort und Dringlichkeit individuell entschieden wird.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
Hinweis:
Quellenbasierter redaktioneller Inhalt

Behandlung richtet sich nach Erkrankung und Risiko

Die Behandlung wird an Art und Schwere der Essstörung, körperliche Risiken, Begleiterkrankungen, Alter, Lebenssituation und persönliche Ziele angepasst. Ein tragfähiger Plan verbindet psychotherapeutische und körpermedizinische Versorgung, statt sich nur auf einzelne Messwerte oder Verhaltensweisen zu konzentrieren.

Eine ambulante Behandlung ist für viele Menschen ein geeigneter Einstieg. Eine tagesklinische oder stationäre Aufnahme kann nötig sein, wenn eine medizinische Stabilisierung, engmaschige Unterstützung oder Schutz bei akuter Selbstgefährdung erforderlich ist.

Zentrale Behandlungsbausteine

Welche Form der Psychotherapie empfohlen wird, hängt unter anderem von Diagnose und Alter ab. Bei Kindern und Jugendlichen spielt die Familie häufig eine besondere Rolle. Das Behandlungsteam sollte verständlich erklären, welche Ziele verfolgt und wie Fortschritte beurteilt werden.

  • essstörungsspezifische Psychotherapie
  • regelmäßige ärztliche Kontrolle körperlicher Risiken
  • qualifizierte Ernährungstherapie als Teil eines abgestimmten Gesamtkonzepts
  • Behandlung von Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen, Traumafolgen und anderen Begleiterkrankungen
  • Einbezug von Angehörigen, wenn dies hilfreich und gewünscht ist

Medikamente haben eine begrenzte, spezifische Rolle

Medikamente ersetzen keine essstörungsspezifische Psychotherapie und keine notwendige medizinische Stabilisierung. Bei bestimmten Essstörungen oder Begleiterkrankungen können sie ergänzend eingesetzt werden. Auswahl und Kontrolle gehören in ärztliche Hände.

Nahrungsergänzungsmittel und frei verkäufliche Präparate sind keine eigenständige Behandlung. Mögliche Wechselwirkungen und körperliche Risiken müssen ebenfalls fachlich geprüft werden.

Ein passendes Angebot finden

Fragen Sie nach Erfahrung mit Ihrer Form der Essstörung, der Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen, dem Vorgehen bei körperlicher Verschlechterung und dem Umgang mit Rückfällen. Eine spezialisierte Beratungsstelle kann bei der Suche helfen.

Auch während einer Wartezeit sollten Sie nicht ohne Unterstützung bleiben. Vereinbaren Sie ärztliche Kontrollen, halten Sie Kontakt zur Beratungsstelle und klären Sie, an wen Sie sich bei einer Verschlechterung wenden können.

Medizinischer Hinweis

Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Essstörungen können den Körper auch dann ernsthaft belasten, wenn dies äußerlich nicht sichtbar ist. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmacht, Brustschmerz, Verwirrtheit, Blutungen, schwerer Schwäche oder unmittelbarer Selbstgefährdung rufen Sie 112 oder suchen Sie eine Notaufnahme auf.

Häufige Fragen

Ist eine stationäre Behandlung immer nötig?

Nein. Viele Behandlungen finden ambulant statt. Der körperliche Zustand, die psychische Sicherheit und die verfügbare Unterstützung bestimmen mit, welcher Behandlungsrahmen geeignet ist.

Hilft Psychotherapie allein?

Psychotherapie ist zentral. Je nach Situation sind zusätzlich ärztliche Überwachung, Ernährungstherapie, Medikamente oder eine intensivere Behandlungsform nötig.

Was, wenn ich noch nicht vollständig motiviert bin?

Widersprüchliche Gefühle gegenüber einer Behandlung sind häufig und dürfen offen besprochen werden. Ein erstes Ziel kann sein, Risiken zu verstehen und einen nächsten sicheren Schritt zu vereinbaren.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Essstörungen.

Weiterlesen