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Essstörungen

Wie werden Essstörungen diagnostiziert?

Was bei einer fachlichen Abklärung besprochen und körperlich untersucht wird – und warum Selbsttests keine Diagnose ersetzen.

Was bei einer fachlichen Abklärung besprochen und körperlich untersucht wird – und warum Selbsttests keine Diagnose ersetzen.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
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Quellenbasierter redaktioneller Inhalt

Die Diagnose entsteht aus dem Gesamtbild

Weder ein einzelner Blutwert noch ein Online-Test kann eine Essstörung sicher feststellen oder ausschließen. Fachpersonen verbinden ein ausführliches Gespräch mit einer körperlichen Untersuchung. Dabei klären sie, welche Beschwerden vorliegen, wie lange sie bereits bestehen und welche gesundheitlichen Risiken aktuell zu beachten sind.

Das Gespräch sollte wertschätzend und ohne Schuldzuweisungen geführt werden. Scham, Erinnerungslücken und Unsicherheit sind häufig. Sie müssen beim ersten Termin nicht bereits alles vollständig schildern können.

Typische Bestandteile der Abklärung

Welche Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich nach der individuellen Situation. Messwerte sollten so besprochen werden, dass sie nicht zusätzlich belasten.

  • Gedanken, Ängste und Regeln rund um Essen, Körper und Bewegung
  • Veränderungen des Essverhaltens sowie Erfahrungen von Kontrollverlust
  • körperliche Beschwerden, Medikamente und bisherige Erkrankungen
  • Stimmung, Angst, Zwang, Substanzkonsum, Selbstverletzung und Suizidgedanken
  • Auswirkungen auf Beziehungen, Schule, Studium, Arbeit und Selbstversorgung
  • körperliche Untersuchung und je nach Befund Labor, Kreislaufkontrolle oder EKG

Andere Ursachen und Begleiterkrankungen

Körperliche Erkrankungen, Medikamente, Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen, Traumafolgen und andere psychische Beschwerden können ähnliche Symptome verursachen oder gleichzeitig bestehen. Eine sorgfältige Diagnostik berücksichtigt sowohl mögliche Abgrenzungen als auch Wechselwirkungen.

Wo Sie beginnen können

Die Hausarztpraxis kann körperliche Risiken einschätzen und an spezialisierte Angebote überweisen. Weitere Anlaufstellen sind psychotherapeutische oder psychiatrische Praxen, psychosomatische Ambulanzen und Essstörungsberatungsstellen. Über 116117 können Sie nach einer psychotherapeutischen Sprechstunde suchen.

Mentale Gesundheit Deutschland bietet derzeit kein Essstörungs-Screening an. Vorhandene Tests zu Depression oder Angst können eine essstörungsspezifische Untersuchung nicht ersetzen.

Medizinischer Hinweis

Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Essstörungen können den Körper auch dann ernsthaft belasten, wenn dies äußerlich nicht sichtbar ist. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmacht, Brustschmerz, Verwirrtheit, Blutungen, schwerer Schwäche oder unmittelbarer Selbstgefährdung rufen Sie 112 oder suchen Sie eine Notaufnahme auf.

Häufige Fragen

Reicht ein Fragebogen für die Diagnose?

Nein. Fragebögen können Hinweise strukturieren, ersetzen aber weder das fachliche Gespräch noch die körperliche Untersuchung.

Muss ich mich bei der Untersuchung wiegen lassen?

Körperliche Messwerte können für die medizinische Einschätzung wichtig sein. Besprechen Sie vorher, wie die Messung möglichst wenig belastend gestaltet werden kann, zum Beispiel ohne Ihnen den Wert mitzuteilen.

Wer diagnostiziert Essstörungen?

Je nach Versorgung beteiligen sich ärztliches, psychotherapeutisches und psychosomatisches Fachpersonal. Körperliche Risiken sollten immer medizinisch beurteilt werden.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Essstörungen.

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