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Selbstverletzung

Behandlung und Therapie bei Selbstverletzung

Wie psychosoziale Einschätzung, Sicherheitsplanung und Psychotherapie zusammenwirken und weshalb die Behandlung individuell geplant wird.

Wie psychosoziale Einschätzung, Sicherheitsplanung und Psychotherapie zusammenwirken und weshalb die Behandlung individuell geplant wird.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
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Quellenbasierter redaktioneller Inhalt

Behandlung beginnt mit Verstehen und Sicherheit

Eine gute Behandlung reduziert einen Menschen nicht auf sein Verhalten. Zu Beginn werden die aktuelle Sicherheit, der körperliche Zustand, psychische Beschwerden, Lebensumstände, Schutzfaktoren und die Funktion der Selbstverletzung betrachtet. Auf dieser Grundlage wird gemeinsam ein Behandlungsplan entwickelt.

Starre Vorhersageinstrumente oder die Einteilung in einfache Risikostufen ersetzen diese individuelle psychosoziale Einschätzung nicht. Auch persönliche Bedürfnisse und Ziele sowie das soziale Umfeld gehören dazu.

Psychotherapeutische Arbeit

Psychotherapie kann helfen, Auslöser früher wahrzunehmen, Gefühle zu regulieren, Krisen zu bewältigen, Selbstabwertung zu bearbeiten und Beziehungen sicherer zu gestalten. Welche anerkannten Verfahren und Schwerpunkte infrage kommen, hängt von den Beschwerden und der fachlichen Diagnose ab.

Die dialektisch-behaviorale Therapie, kurz DBT, vermittelt unter anderem Fertigkeiten zur Gefühlsregulation und Krisenbewältigung. Sie ist vor allem aus der Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung bekannt. Selbstverletzung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese Diagnose vorliegt; zudem ist nicht für jeden Menschen dasselbe Programm geeignet.

Begleiterkrankungen gezielt behandeln

Depression, Angst, Traumafolgen, Essstörungen, Suchterkrankungen oder andere Belastungen können gleichzeitig auftreten. Die Behandlung richtet sich nach dem Gesamtbild und nicht allein nach der Selbstverletzung.

Medikamente werden nicht pauschal zur Behandlung selbstverletzenden Verhaltens eingesetzt. Bei bestimmten diagnostizierten Begleiterkrankungen können sie sinnvoll sein. Auswahl, Nutzen und Risiken müssen ärztlich abgewogen werden; Medikamente sollten nicht eigenständig verändert oder abgesetzt werden.

Versorgungsform und Nachsorge

Je nach Dringlichkeit kann die Behandlung ambulant, im Rahmen einer Akutbehandlung, tagesklinisch oder stationär erfolgen. Nach einer akuten Episode ist eine zeitnahe und verbindlich vereinbarte Nachsorge wichtig. Bei der Wahl der Versorgungsform sollten Sicherheit, persönliche Bedürfnisse und verfügbare Unterstützung berücksichtigt werden.

Der Artikel Professionelle Hilfe finden beschreibt konkrete erste Anlaufstellen. Ein Sicherheitsplan kann die Behandlung ergänzen, ersetzt sie jedoch nicht.

Wichtiger Sicherheitshinweis

Diese Seite beschreibt keine Methoden der Selbstverletzung. Bei akuter Eigengefährdung, einer schweren Verletzung oder wenn Sie sich für die nächsten Stunden nicht sicher halten können, wählen Sie 112 oder gehen Sie in eine Notaufnahme. Bleiben Sie möglichst nicht allein. Weitere sofort erreichbare Kontakte finden Sie unter Hilfe in Krisen.

Die Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine persönliche medizinische oder psychotherapeutische Einschätzung. Mentale Gesundheit Deutschland bietet kein Selbstverletzungs-Screening an.

Häufige Fragen

Ist DBT die einzige Behandlung?

Nein. DBT kann für manche Menschen geeignet sein. Die Behandlung wird anhand der Beschwerden, der Diagnose, der persönlichen Bedürfnisse und der Versorgungssituation individuell geplant.

Bekommt man gegen Selbstverletzung Medikamente?

Es gibt keine pauschale medikamentöse Behandlung für selbstverletzendes Verhalten. Medikamente können bei diagnostizierten Begleiterkrankungen erwogen werden und erfordern eine ärztliche Begleitung.

Bedeutet Selbstverletzung automatisch Borderline?

Nein. Selbstverletzung kann bei unterschiedlichen Belastungen und Diagnosen auftreten. Eine Borderline-Diagnose erfordert eine umfassende fachliche Beurteilung.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Selbstverletzung.

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