Selbstverletzung
Ein Sicherheitsplan bei Selbstverletzungsdruck
Warnzeichen, sichere Schritte und erreichbare Kontakte so festhalten, dass sie auch in stark belastenden Momenten verfügbar sind.
Warnzeichen, sichere Schritte und erreichbare Kontakte so festhalten, dass sie auch in stark belastenden Momenten verfügbar sind.
Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
- Hinweis:
- Quellenbasierter redaktioneller Inhalt
Ein Plan für den belasteten Moment
Ein Sicherheitsplan bündelt persönliche Warnzeichen, hilfreiche Schritte und Kontakte. Am besten wird er in einer ruhigeren Phase gemeinsam mit einer Fachperson erstellt. Er soll nicht jede Krise vorhersehen, sondern Entscheidungen erleichtern, wenn klares Denken schwerfällt.
Der Plan ersetzt keine Behandlung und keine Notfallversorgung. Bei unmittelbarer Gefahr gilt immer 112 oder die nächste Notaufnahme.
Bausteine eines persönlichen Plans
Halten Sie den Plan kurz, konkret und leicht auffindbar. Wenn Sie möchten, kann auch eine Vertrauensperson wissen, wo eine Kopie liegt. Prüfen Sie regelmäßig, ob Telefonnummern und Zuständigkeiten noch aktuell sind.
- eigene frühe Warnzeichen in knappen Worten
- nicht verletzende Tätigkeiten, die bereits etwas geholfen haben
- sichere Orte und Personen für unmittelbaren Kontakt
- professionelle Kontakte mit Telefonnummern und Erreichbarkeit
- klare Schwelle für Notruf oder Notaufnahme
Umgebung und Unterstützung sicherer gestalten
Besprechen Sie mit Fachpersonal und einer Vertrauensperson, wie sich der Zugang zu Dingen verringern lässt, die in einer Krise gefährlich werden könnten. Der Plan sollte auf Ihre Situation abgestimmt sein und ohne Beschämung oder übermäßige Kontrolle auskommen.
Alkohol und andere berauschende Substanzen können Urteilsfähigkeit und Impulskontrolle beeinträchtigen. Legen Sie deshalb frühzeitig fest, wen Sie kontaktieren und wo Sie sicher bleiben können, wenn starke Belastung und Konsum zusammentreffen.
Den Plan testen und anpassen
Gehen Sie den Plan in einer stabilen Phase Schritt für Schritt durch: Ist die zuerst genannte Person erreichbar? Lässt sich der sichere Ort tatsächlich aufsuchen? Ist eindeutig, wann 112 gewählt wird? So werden praktische Lücken schon vor einer Krise sichtbar.
Wenn der Plan unter starker Belastung nicht ausreicht, ist das kein persönliches Scheitern. Besprechen Sie zeitnah, wie er angepasst oder die Unterstützung intensiviert werden kann. Die TelefonSeelsorge und Hilfe in Krisen sollten darin jederzeit gut sichtbar sein.
Wichtiger Sicherheitshinweis
Diese Seite beschreibt keine Methoden der Selbstverletzung. Bei akuter Eigengefährdung, einer schweren Verletzung oder wenn Sie sich für die nächsten Stunden nicht sicher halten können, wählen Sie 112 oder gehen Sie in eine Notaufnahme. Bleiben Sie möglichst nicht allein. Weitere sofort erreichbare Kontakte finden Sie unter Hilfe in Krisen.
Die Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine persönliche medizinische oder psychotherapeutische Einschätzung. Mentale Gesundheit Deutschland bietet kein Selbstverletzungs-Screening an.
Häufige Fragen
Kann ich einen Sicherheitsplan allein erstellen?
Eine erste Notiz können Sie allein verfassen. Besonders bei wiederholter Selbstverletzung oder Suizidgedanken sollte der Plan gemeinsam mit Fachpersonal erstellt und überprüft werden.
Ist ein Sicherheitsplan ein Versprechen, nichts zu tun?
Nein. Er ist ein praktisches Hilfsmittel und kein Vertrag. Wenn er nicht ausreicht, braucht es zusätzliche oder sofortige Hilfe.
Was gehört ganz oben auf den Plan?
Die persönliche Schwelle für sofortige Hilfe, der Notruf 112 und ein unmittelbar erreichbarer Kontakt sollten schnell sichtbar sein.
Quellen
- Self-harm: assessment, management and preventing recurrence (National Institute for Health and Care Excellence (NICE), 2022)
- Hilfsangebote in suizidalen Krisen (Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention)
- TelefonSeelsorge: Telefonberatung in Krisen (TelefonSeelsorge Deutschland)
- Psychotherapie: Sprechstunde, Akutbehandlung und Terminservice (Kassenärztliche Bundesvereinigung / 116117)
Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.
Weitere Informationen
Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Selbstverletzung.
Weiterlesen
- Starken Selbstverletzungsdruck überstehenSichere Schritte, die Zeit und Abstand schaffen, Unterstützung erreichbar machen und helfen, eine akute Gefahr zu erkennen.
- Selbstverletzung und Suizidgedanken unterscheidenWarum Selbstverletzung nicht automatisch eine Suizidabsicht bedeutet, direkte Fragen dennoch wichtig sind und wann sofortige Hilfe nötig ist.
- Jemandem von Selbstverletzung erzählenEin schwieriges Gespräch vorbereiten, eigene Grenzen benennen und sagen, welche Unterstützung jetzt helfen würde.
- Professionelle Hilfe bei Selbstverletzung findenAnlaufstellen in Deutschland, Hinweise für das erste Gespräch und klare Wege bei dringendem Hilfebedarf oder akuter Gefahr.
