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Selbstverletzung

Was ist selbstverletzendes Verhalten?

Selbstverletzung behutsam einordnen: den Begriff verstehen, das Verhalten ernst nehmen und passende Hilfe finden.

Selbstverletzung behutsam einordnen: den Begriff verstehen, das Verhalten ernst nehmen und passende Hilfe finden.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
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Quellenbasierter redaktioneller Inhalt

Eine Handlung unter großem innerem Druck

Von selbstverletzendem Verhalten sprechen Fachleute, wenn ein Mensch sich absichtlich körperlichen Schaden zufügt. Formen oder Vorgehensweisen werden auf dieser Seite bewusst nicht beschrieben. Entscheidend für die Einordnung ist, dass hinter dem Verhalten meist erheblicher seelischer Druck steht und die betroffene Person Unterstützung verdient.

Selbstverletzung ist kein Charakterfehler und lässt für sich genommen nicht erkennen, ob jemand sterben möchte. Sie kann ohne Suizidabsicht auftreten; Selbstverletzung und Suizidgedanken können jedoch auch gleichzeitig vorkommen. Deshalb gehört zu einer sorgfältigen fachlichen Einschätzung die direkte Frage nach der aktuellen Sicherheit.

Welche Funktion Selbstverletzung haben kann

Manche Betroffene erleben kurzfristig eine Entlastung von überwältigenden Gefühlen, innerer Leere, Selbstabwertung oder dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Andere können zunächst kaum benennen, was unmittelbar vorausgeht. Diese kurzfristige Wirkung kann dazu beitragen, dass sich das Verhalten wiederholt, obwohl Schmerz, Sorge oder Scham danach zunehmen.

Das Verhalten erfüllt damit häufig eine Funktion, ist aber keine sichere oder langfristig hilfreiche Lösung. Diese Funktion gemeinsam mit Fachpersonal zu verstehen, eröffnet passendere Wege im Umgang mit der Belastung. Dabei geht es nicht darum, das Verhalten gutzuheißen, sondern den Leidensdruck dahinter ernst zu nehmen.

Keine Ferndiagnose aus einem einzelnen Zeichen

Selbstverletzendes Verhalten kann im Zusammenhang mit sehr unterschiedlichen Belastungen und psychischen Erkrankungen auftreten. Dazu gehören etwa depressive Beschwerden, Traumafolgen, starke Angst, Schwierigkeiten mit der Gefühlsregulation oder belastende Beziehungserfahrungen. Aus dem Verhalten allein lässt sich keine Diagnose ableiten.

Eine fachliche Einschätzung betrachtet körperliche Versorgung, aktuelle Sicherheit, Auslöser, Schutzfaktoren, psychische Beschwerden und die Lebenssituation. Die NICE-Leitlinie empfiehlt eine psychosoziale Einschätzung, die Bedürfnisse und Umstände erfasst, statt Menschen nur einer Risikokategorie zuzuordnen.

Der nächste hilfreiche Schritt

Sprechen Sie möglichst mit einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Fachperson. Sie müssen weder eine fertige Erklärung noch einen genauen Veränderungsplan mitbringen. Ein ehrlicher Satz wie „Ich verletze mich und brauche Hilfe, sicherer mit dem Druck umzugehen“ genügt als Einstieg.

Wenn keine akute Gefahr besteht, können eine Hausarztpraxis, eine psychotherapeutische Sprechstunde oder eine psychiatrische Praxis erste Anlaufstellen sein. Termine für eine psychotherapeutische Sprechstunde finden gesetzlich Versicherte auch über 116117.de.

Wichtiger Sicherheitshinweis

Diese Seite beschreibt keine Methoden der Selbstverletzung. Bei akuter Eigengefährdung, einer schweren Verletzung oder wenn Sie sich für die nächsten Stunden nicht sicher halten können, wählen Sie 112 oder gehen Sie in eine Notaufnahme. Bleiben Sie möglichst nicht allein. Weitere sofort erreichbare Kontakte finden Sie unter Hilfe in Krisen.

Die Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine persönliche medizinische oder psychotherapeutische Einschätzung. Mentale Gesundheit Deutschland bietet kein Selbstverletzungs-Screening an.

Häufige Fragen

Ist Selbstverletzung immer ein Suizidversuch?

Nein. Selbstverletzung kann ohne Todesabsicht geschehen. Selbstverletzung und Suizidgedanken können jedoch gleichzeitig oder zu unterschiedlichen Zeiten auftreten. Deshalb sollte die aktuelle Suizidgefahr immer direkt und fachlich eingeschätzt werden.

Ist Selbstverletzung eine eigene Diagnose?

Das Verhalten allein legt keine bestimmte Diagnose fest. Fachpersonal betrachtet die Funktion, den Verlauf, weitere Beschwerden und die Lebenssituation.

Muss ich erst aufhören, bevor ich Hilfe bekomme?

Nein. Sie können und sollen Unterstützung erhalten, auch wenn das Verhalten weiterhin vorkommt oder Sie noch unsicher sind, ob eine Veränderung gelingt.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Selbstverletzung.

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