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Selbstverletzung

Starken Selbstverletzungsdruck überstehen

Sichere Schritte, die Zeit und Abstand schaffen, Unterstützung erreichbar machen und helfen, eine akute Gefahr zu erkennen.

Sichere Schritte, die Zeit und Abstand schaffen, Unterstützung erreichbar machen und helfen, eine akute Gefahr zu erkennen.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
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Quellenbasierter redaktioneller Inhalt

Zuerst die Dringlichkeit klären

Starker Druck kann die Aufmerksamkeit verengen und das Gefühl auslösen, sofort handeln zu müssen. Fragen Sie sich zuerst: Kann ich mich in der nächsten Stunde sicher halten? Besteht eine Suizidabsicht, liegt eine schwere Verletzung vor oder habe ich das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren? In diesen Fällen ist sofortige Hilfe über 112 oder eine Notaufnahme nötig.

Wenn keine unmittelbare Gefahr besteht, geht es zunächst darum, Abstand zwischen Impuls und Handlung zu schaffen. Sie müssen nicht warten, bis der Druck nachlässt, bevor Sie Unterstützung in Anspruch nehmen.

Kontakt und Ortswechsel

Gehen Sie nach Möglichkeit an einen sicheren Ort, an dem andere Menschen in der Nähe sind, und kontaktieren Sie eine vertraute Person. Eine kurze Nachricht kann genügen: „Der Druck ist gerade stark. Kannst du bei mir bleiben oder mit mir telefonieren?“ Sie müssen keine Einzelheiten erklären.

Wenn niemand erreichbar ist, können Sie die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 anrufen. Nimmt die Gefahr zu, versuchen Sie nicht immer weitere Selbsthilfeschritte, sondern wählen Sie 112 oder gehen Sie in eine Notaufnahme.

Anspannung ohne Verletzung regulieren

Wählen Sie eine einfache Tätigkeit, die Ihre Aufmerksamkeit auf die Gegenwart lenkt, ohne Schmerzen oder körperliche Risiken: langsam ausatmen, die Füße am Boden wahrnehmen, den Raum beschreiben, angenehm warm duschen, ruhige Musik hören, kurz an einen sicheren Ort gehen oder einer vertrauten Routine folgen.

Manchen hilft es, zunächst einen überschaubaren Zeitraum zu überbrücken: einige Minuten lang ruhig atmen, in Kontakt bleiben und etwas Ungefährliches tun, anschließend die eigene Sicherheit erneut einschätzen. Was entlastet, ist individuell. Vermeiden Sie Ersatzhandlungen, die Schmerzen, extreme Reize oder eine Nachahmung der Selbstverletzung einschließen.

Aus dem Überbrücken einen Plan machen

Notieren Sie in einer stabileren Phase, welcher Kontakt, welcher Ort und welche Tätigkeit den Druck etwas verringert haben. Auf dieser Grundlage können Sie gemeinsam mit Fachpersonal einen persönlichen Sicherheitsplan erstellen.

Wiederkehrender Druck ist ein Anlass, professionelle Hilfe zu suchen – auch wenn Sie ihn bisher allein überstanden haben. Unter Professionelle Hilfe finden finden Sie konkrete Anlaufstellen in Deutschland.

Wichtiger Sicherheitshinweis

Diese Seite beschreibt keine Methoden der Selbstverletzung. Bei akuter Eigengefährdung, einer schweren Verletzung oder wenn Sie sich für die nächsten Stunden nicht sicher halten können, wählen Sie 112 oder gehen Sie in eine Notaufnahme. Bleiben Sie möglichst nicht allein. Weitere sofort erreichbare Kontakte finden Sie unter Hilfe in Krisen.

Die Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine persönliche medizinische oder psychotherapeutische Einschätzung. Mentale Gesundheit Deutschland bietet kein Selbstverletzungs-Screening an.

Häufige Fragen

Was, wenn keine Alternative sofort hilft?

Das ist kein Versagen. Wenden Sie sich dann an eine vertraute Person oder professionelle Unterstützung. Bei zunehmender Gefahr, Kontrollverlust oder Suizidabsicht wählen Sie 112 oder gehen Sie in eine Notaufnahme.

Sind schmerzhafte Ersatzreize eine gute Alternative?

Nein. Sinnvoll sind nicht verletzende, risikoarme Tätigkeiten. Ersatzhandlungen mit Schmerz oder extremen Reizen können das Muster aufrechterhalten oder Verletzungen verursachen.

Darf ich die TelefonSeelsorge auch ohne Suizidgedanken anrufen?

Ja. Die TelefonSeelsorge ist auch für andere seelische Krisen und starken Selbstverletzungsdruck da.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Selbstverletzung.

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