Suizidprävention
Ein Sicherheitsplan für suizidale Krisen
Wie ein persönlicher, gemeinsam erstellter Plan dabei hilft, Warnzeichen zu erkennen und Unterstützung schnell zu erreichen.
Wie ein persönlicher, gemeinsam erstellter Plan dabei hilft, Warnzeichen zu erkennen und Unterstützung schnell zu erreichen.
Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
- Hinweis:
- Quellenbasierter redaktioneller Inhalt
Wenn Sie jetzt Unterstützung brauchen
Bei unmittelbarer Gefahr oder wenn Sie für Ihre Sicherheit nicht einstehen können, wählen Sie [112](tel:112) oder gehen Sie in eine Notaufnahme. Bleiben Sie nach Möglichkeit nicht allein und bitten Sie eine erreichbare Person, bei Ihnen zu bleiben.
Die TelefonSeelsorge erreichen Sie kostenlos und anonym unter [0800 111 0 111](tel:08001110111) oder [0800 111 0 222](tel:08001110222). Weitere sofort erreichbare Wege stehen unter Hilfe in Krisen. Für dringende fachliche Hilfe ohne akute Lebensgefahr ist die 116 117 eine Anlaufstelle.
Ein Plan für schwierige Momente
Ein Sicherheitsplan wird möglichst in einer ruhigeren Phase gemeinsam mit einer Fachperson erstellt. Er hält kurze, persönliche Schritte fest, die sich in einer Krise ohne langes Nachdenken umsetzen lassen. Er ersetzt keine Notfallhilfe.
Der Plan sollte leicht auffindbar sein, zum Beispiel auf Papier und auf dem Smartphone. Vertraute Personen können eine Kopie erhalten, wenn Sie das möchten.
Sinnvolle Bestandteile
Der Plan sollte kurz und konkret sein. Folgende Angaben können darin festgehalten werden:
- persönliche frühe Warnzeichen für eine sich zuspitzende Krise
- kurze Tätigkeiten, die helfen können, Zeit zu gewinnen und den Druck etwas zu senken
- Menschen und belebte, sichere Orte, an denen Kontakt möglich ist
- Vertrauenspersonen, die ausdrücklich über die Krise Bescheid wissen
- Kontaktdaten von Behandlungsteam, Krisendienst, TelefonSeelsorge, 116 117 und 112
- eine mit Fachpersonen und Vertrauenspersonen vereinbarte sichere Umgebung
Sie müssen die Schritte nicht der Reihe nach abarbeiten. Wenn ein Schritt nicht hilft oder die Gefahr akut ist, rufen Sie 112 oder gehen Sie in eine Notaufnahme.
Regelmäßig gemeinsam prüfen
Aktualisieren Sie Telefonnummern, Ansprechpersonen und persönliche Warnzeichen nach einer Krise oder wenn sich etwas verändert hat. Besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, was funktioniert hat und wo der Plan ergänzt werden sollte.
Wenn Sie aktuell nicht sicher sind, erstellen Sie den Plan nicht allein am Bildschirm. Nutzen Sie Hilfe in Krisen und holen Sie eine Person dazu.
Medizinischer Hinweis
Diese Seite dient der allgemeinen Information. Sie kann weder die persönliche Einschätzung einer akuten Gefährdung noch Diagnose oder Behandlung ersetzen. Suizidgedanken sollten immer ernst genommen und fachlich besprochen werden.
Häufige Fragen
Ist ein Sicherheitsplan ein Vertrag?
Nein. Er ist eine praktische Gedächtnisstütze für Krisen und wird idealerweise gemeinsam mit einer Fachperson erstellt.
Reicht der Plan bei akuter Gefahr?
Nein. Bei unmittelbarer Gefahr rufen Sie 112 oder gehen Sie in eine Notaufnahme. Der Plan soll den Zugang zu Hilfe erleichtern, nicht die Notfallversorgung ersetzen.
Wer sollte den Plan kennen?
Mindestens Sie selbst und möglichst eine beteiligte Fachperson. Vertrauenspersonen können einbezogen werden, wenn das Ihre Sicherheit unterstützt.
Quellen
- Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland (NaSPro)
- Suizidprävention und Hilfsangebote (Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention)
- Suicide prevention (World Health Organization)
- Self-harm: assessment, management and preventing recurrence (National Institute for Health and Care Excellence (NICE), 2022)
Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.
Weitere Informationen
Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Suizidprävention.
Weiterlesen
- Akute Suizidgedanken: Was jetzt hilftKonkrete Schritte für die nächsten Minuten und Stunden, wenn Sie um Ihre Sicherheit fürchten.
- Warnzeichen für eine suizidale Krise erkennenVeränderungen ernst nehmen, direkt nachfragen und bei möglicher Gefahr verlässlich Hilfe organisieren.
- Über Suizidgedanken sprechenWie Sie einer vertrauten Person oder einer Fachperson von Suizidgedanken erzählen können, auch wenn Ihnen die Worte fehlen.
- Hilfe und Behandlung bei SuizidgedankenWelche Anlaufstellen es gibt, wie eine fachliche Einschätzung abläuft und wie eine Behandlung Sicherheit und Stabilität fördern kann.
