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Essstörungen

Ich esse bei Stress und fühle mich außer Kontrolle

Emotionales Essen und Essanfälle unterscheiden, Scham abbauen und hilfreiche nächste Schritte finden, ohne neue Verbote aufzustellen.

Emotionales Essen und Essanfälle unterscheiden, Scham abbauen und hilfreiche nächste Schritte finden, ohne neue Verbote aufzustellen.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
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Quellenbasierter redaktioneller Inhalt

Essen erfüllt viele Funktionen

Menschen essen nicht nur aus körperlichem Hunger. Auch Genuss, Gemeinschaft, Gewohnheit und Trost spielen eine Rolle. Gelegentlich bei Stress mehr oder anders zu essen, ist für sich genommen keine Essstörung.

Belastend wird es, wenn wiederholt ein deutlicher Kontrollverlust auftritt, starke Scham entsteht oder das Muster Gesundheit und Alltag beeinträchtigt. Ob eine Binge-Eating-Störung oder eine andere Belastung vorliegt, lässt sich nur fachlich klären.

Verbote können den Kreislauf verschärfen

Nach einem belastenden Esserlebnis reagieren viele Menschen mit strengen Vorsätzen oder lassen Mahlzeiten aus. Das kann körperlichen Hunger, die gedankliche Fixierung auf Essen und einen erneuten Kontrollverlust verstärken. Zusätzliche Regeln sind deshalb keine verlässliche Selbstbehandlung.

Versuchen Sie nicht, vermeintliche Fehler durch extremes Training, Fasten oder andere Gegenmaßnahmen auszugleichen. Suchen Sie bei wiederkehrendem Kontrollverlust essstörungsspezifische Unterstützung.

Muster beobachten, ohne sich zu überwachen

Notizen sollten dem Verständnis dienen und keine neue Form der Kontrolle erzeugen. Wenn Protokolle Ihre Gedanken noch stärker auf Essen richten, legen Sie sie beiseite und besprechen Sie das mit einer Fachperson.

  • welche Gefühle oder Situationen dem Kontrollverlust vorausgingen
  • ob tagsüber ausreichend und regelmäßig gegessen wurde
  • welche Gedanken und Bewertungen danach auftauchten
  • welche Unterstützung in diesem Moment hilfreich gewesen wäre

Hilfe richtet sich nicht nach Willenskraft

Psychotherapie kann helfen, ein regelmäßigeres Essverhalten aufzubauen, Auslöser zu verstehen und andere Wege im Umgang mit Gefühlen zu entwickeln. Eine qualifizierte Ernährungstherapie kann die Behandlung ergänzen. Gewichtsabwertung und pauschale Diätprogramme behandeln die zugrunde liegende Essstörung nicht.

Medizinischer Hinweis

Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Essstörungen können den Körper auch dann ernsthaft belasten, wenn dies äußerlich nicht sichtbar ist. Bei Kreislaufproblemen, Ohnmacht, Brustschmerz, Verwirrtheit, Blutungen, schwerer Schwäche oder unmittelbarer Selbstgefährdung rufen Sie 112 oder suchen Sie eine Notaufnahme auf.

Häufige Fragen

Ist emotionales Essen immer eine Essstörung?

Nein. Es kann zum normalen Essverhalten gehören. Wiederkehrender Kontrollverlust, Leidensdruck und Einschränkungen sollten jedoch fachlich eingeordnet werden.

Sollte ich am nächsten Tag weniger essen?

Strenge Einschränkung kann den Kreislauf aus Hunger, Fixierung und Kontrollverlust verstärken. Besprechen Sie ein regelmäßiges, passendes Essmuster mit qualifiziertem Fachpersonal.

Kann eine Binge-Eating-Störung behandelt werden?

Ja. Es gibt wirksame psychotherapeutische Behandlungen. Medizinische und ernährungstherapeutische Begleitung kann je nach Situation hinzukommen.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Essstörungen.

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