Selbstverletzung
Wenn sich eine nahestehende Person selbst verletzt
Ruhig reagieren, die aktuelle Sicherheit ansprechen, professionelle Hilfe unterstützen und die eigenen Grenzen wahren.
Ruhig reagieren, die aktuelle Sicherheit ansprechen, professionelle Hilfe unterstützen und die eigenen Grenzen wahren.
Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
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Zuhören, ohne zu beschämen
Von der Selbstverletzung zu erfahren, kann Angst, Trauer oder Hilflosigkeit auslösen. Versuchen Sie dennoch, ruhig zu bleiben und der Person für ihr Vertrauen zu danken. Vorwürfe, Drohungen oder die Forderung nach einem sofortigen Versprechen verstärken häufig Scham und Verheimlichung.
Machen Sie deutlich, dass Sie die Belastung ernst nehmen und gemeinsam nach Hilfe suchen möchten. Fragen Sie, was im Moment helfen würde: zuhören, während eines Anrufs dabeibleiben, einen Termin organisieren oder die Person zu einer Fachstelle begleiten.
Direkt nach aktueller Gefahr fragen
Fragen Sie ruhig, ob die Person gerade an Suizid denkt, eine konkrete Absicht hat und sich in den nächsten Stunden sicher halten kann. Eine direkte Frage löst keine Suizidgedanken aus. Sie hilft dabei einzuschätzen, ob sofortige Hilfe nötig ist.
Bei unmittelbarer Gefahr, konkreter Suizidabsicht, einer schweren Verletzung oder Kontrollverlust wählen Sie 112 oder begleiten Sie die Person in eine Notaufnahme. Lassen Sie sie möglichst nicht allein, sofern Sie sich dabei nicht selbst gefährden.
Unterstützen, ohne die Behandlung zu übernehmen
Sie können bei der Suche nach einer Hausarztpraxis, einer psychotherapeutischen Sprechstunde oder einer psychiatrischen Anlaufstelle helfen. Sie müssen das Verhalten jedoch nicht überwachen und können eine Besserung nicht allein herbeiführen.
Vereinbaren Sie konkrete und begrenzte Unterstützung: Begleitung zu einem Termin, eine Nachfrage zu einer bestimmten Zeit oder Kenntnis des Sicherheitsplans. Respektieren Sie die Privatsphäre, solange keine akute Gefahr besteht, und fragen Sie nicht nach Einzelheiten, die für die Unterstützung nicht nötig sind.
Eigene Belastung und Grenzen
Auch Angehörige sowie Freundinnen und Freunde können selbst Beratung in Anspruch nehmen. Schlafmangel, ständige Alarmbereitschaft und das Gefühl, allein verantwortlich zu sein, können die eigene Gesundheit belasten. Teilen Sie die Verantwortung mit Fachstellen und weiteren geeigneten Personen.
Auch Angehörige können sich an die TelefonSeelsorge wenden. Unter Hilfe in Krisen finden Sie den Notruf und weitere Hilfsangebote. Fachliche Anlaufstellen werden unter Professionelle Hilfe finden erklärt.
Wichtiger Sicherheitshinweis
Diese Seite beschreibt keine Methoden der Selbstverletzung. Bei akuter Eigengefährdung, einer schweren Verletzung oder wenn Sie sich für die nächsten Stunden nicht sicher halten können, wählen Sie 112 oder gehen Sie in eine Notaufnahme. Bleiben Sie möglichst nicht allein. Weitere sofort erreichbare Kontakte finden Sie unter Hilfe in Krisen.
Die Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine persönliche medizinische oder psychotherapeutische Einschätzung. Mentale Gesundheit Deutschland bietet kein Selbstverletzungs-Screening an.
Häufige Fragen
Soll ich versprechen, niemandem etwas zu sagen?
Versprechen Sie keine absolute Geheimhaltung. Erklären Sie, dass Sie die Privatsphäre achten, bei akuter Gefahr jedoch professionelle Hilfe hinzuziehen müssen.
Muss ich kontrollieren, ob die Person aufgehört hat?
Nein. Kontrolle ersetzt keine Behandlung und kann dazu führen, dass die Person das Verhalten eher verheimlicht. Vereinbaren Sie stattdessen konkrete Unterstützung und fachliche Hilfe.
Darf ich selbst Beratung suchen?
Ja. Eigene Beratung hilft, Grenzen zu wahren und Verantwortung mit professionellen Stellen zu teilen.
Quellen
- Self-harm: assessment, management and preventing recurrence (National Institute for Health and Care Excellence (NICE), 2022)
- TelefonSeelsorge: Telefonberatung in Krisen (TelefonSeelsorge Deutschland)
- Psychotherapie: Sprechstunde, Akutbehandlung und Terminservice (Kassenärztliche Bundesvereinigung / 116117)
- Hilfsangebote in suizidalen Krisen (Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention)
Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.
Weitere Informationen
Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Selbstverletzung.
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