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Selbstverletzung

Jemandem von Selbstverletzung erzählen

Ein schwieriges Gespräch vorbereiten, eigene Grenzen benennen und sagen, welche Unterstützung jetzt helfen würde.

Ein schwieriges Gespräch vorbereiten, eigene Grenzen benennen und sagen, welche Unterstützung jetzt helfen würde.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
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Quellenbasierter redaktioneller Inhalt

Sie müssen das nicht allein tragen

Über Selbstverletzung zu sprechen kann Scham und Angst auslösen. Viele Menschen fürchten, nicht ernst genommen, kontrolliert oder verurteilt zu werden. Ein Gespräch kann jedoch die Isolation verringern und den Zugang zu Hilfe erleichtern.

Wählen Sie möglichst jemanden, der zuhören, ruhig bleiben und Sie bei der Suche nach Hilfe unterstützen kann. Das kann eine nahestehende Person, eine Hausärztin oder ein Hausarzt, eine psychotherapeutische Fachperson oder eine Vertrauensperson in Schule oder Ausbildung sein.

Den Einstieg vorbereiten

Sie können vorher aufschreiben, was die andere Person wissen soll. Ein möglicher Einstieg lautet: „Ich verletze mich selbst. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber ich brauche Unterstützung.“ Sagen Sie nach Möglichkeit auch, ob Sie aktuell sicher sind und was Sie konkret benötigen.

Sie können das Gespräch persönlich, telefonisch oder zunächst schriftlich beginnen. Sie dürfen Grenzen setzen und müssen keine Methoden, Körperstellen oder Bilder zeigen. Medizinisches Fachpersonal benötigt möglicherweise bestimmte Angaben, um die Dringlichkeit einzuschätzen, sollte aber respektvoll und nur nach notwendigen Informationen fragen.

Sagen, was helfen würde

Die andere Person kann erschrecken oder zunächst unbeholfen reagieren. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie Sie ablehnt. Ist die Reaktion beschämend oder nicht hilfreich, wenden Sie sich an eine weitere Vertrauensperson oder direkt an Fachpersonal.

  • zuhören, ohne sofort Lösungen zu verlangen
  • bei der Terminvereinbarung helfen
  • zu einem Gespräch begleiten
  • in einer belastenden Phase erreichbar bleiben
  • gemeinsam Hilfe in Krisen öffnen

Vertraulichkeit hat Grenzen bei akuter Gefahr

Fachpersonen unterliegen je nach Rolle gesetzlichen oder beruflichen Regeln zur Vertraulichkeit. Bei Minderjährigen oder akuter Gefahr kann es dennoch nötig sein, Sorgeberechtigte, weitere zuständige Personen oder Notfallhilfe einzubeziehen. Fragen Sie vor dem Gespräch, was vertraulich bleibt und unter welchen Umständen Informationen weitergegeben werden müssen.

Wenn Sie sich unmittelbar gefährden oder nicht sicher halten können, warten Sie nicht auf das geplante Gespräch. Wählen Sie 112, gehen Sie in eine Notaufnahme oder bitten Sie eine erreichbare Person, bei Ihnen zu bleiben.

Wichtiger Sicherheitshinweis

Diese Seite beschreibt keine Methoden der Selbstverletzung. Bei akuter Eigengefährdung, einer schweren Verletzung oder wenn Sie sich für die nächsten Stunden nicht sicher halten können, wählen Sie 112 oder gehen Sie in eine Notaufnahme. Bleiben Sie möglichst nicht allein. Weitere sofort erreichbare Kontakte finden Sie unter Hilfe in Krisen.

Die Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine persönliche medizinische oder psychotherapeutische Einschätzung. Mentale Gesundheit Deutschland bietet kein Selbstverletzungs-Screening an.

Häufige Fragen

Muss ich erzählen, wie ich mich verletzt habe?

Nein. Gegenüber Vertrauenspersonen können Sie Details begrenzen. Medizinisches Fachpersonal fragt möglicherweise gezielt, soweit es für sichere Versorgung nötig ist.

Was, wenn die erste Person schlecht reagiert?

Eine ungeschickte Reaktion bedeutet nicht, dass Ihr Wunsch nach Hilfe unberechtigt ist. Wenden Sie sich an eine weitere Vertrauensperson, eine Hausarztpraxis, eine psychotherapeutische Sprechstunde oder die Krisenhilfe.

Kann ich das Gespräch schriftlich beginnen?

Ja. Eine Nachricht oder Notiz kann den Einstieg erleichtern. Geben Sie möglichst an, ob Sie aktuell sicher sind und welche Unterstützung Sie brauchen.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Selbstverletzung.

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