Mentale GesundheitDeutschland

Trauma und PTBS

Wie wird PTBS diagnostiziert?

Ablauf der PTBS-Diagnostik: Anamnese, Symptomgruppen, Differenzialdiagnosen, körperliche Gesundheit und respektvoller Umgang mit Belastungsgrenzen.

Eine PTBS-Diagnose beruht auf einem persönlichen Gespräch über Beschwerden, Verlauf, Alltag und Sicherheit – nicht auf einem einzelnen Online-Test.

Redaktion Mentale Gesundheit Deutschland · · Quellenbasierter Inhalt · Details
Quellenhinweis:
Quellenbasierte Informationen nach der S3-Leitlinie PTBS 2026 sowie Patienteninformationen von DeGPT, IQWiG und gesund.bund.de.
Hinweis:
Quellenbasierter redaktioneller Inhalt

Das erste Gespräch

Fachpersonal fragt nach den aktuellen Beschwerden, ihrem Beginn und Verlauf, Einschränkungen im Alltag und einem möglichen Zusammenhang mit belastenden Erlebnissen. Auch die aktuelle Sicherheit, Suizidgedanken, Substanzgebrauch, Schlaf und körperliche Gesundheit werden berücksichtigt.

Sie müssen nicht ungefragt jedes Detail schildern. Für eine verlässliche Einordnung benötigt die Fachperson jedoch ausreichende Informationen über die Art und den zeitlichen Zusammenhang der Belastung sowie über die heutigen Beschwerden.

Strukturierte Diagnostik

Fragebögen und strukturierte Interviews können Wiedererleben, Vermeidung, Bedrohungsgefühl und weitere Beschwerden systematisch erfassen. Sie ergänzen das klinische Gespräch, ersetzen es aber nicht. Ein Fragebogen allein stellt keine Diagnose.

Mentale Gesundheit Deutschland bietet derzeit kein PTBS-Screening an. Der DASS-42 erfasst depressive, angstbezogene und stressbezogene Belastung, kann aber PTBS weder feststellen noch ausschließen.

Andere Erklärungen werden mitgeprüft

Depressionen, Angststörungen, Trauer, Schlafstörungen, ADHS, Substanzwirkungen und körperliche Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen oder gemeinsam mit einer PTBS auftreten. Auch eine komplexe PTBS oder eine dissoziative Störung kann in die Prüfung einbezogen werden.

Je nach Beschwerden können eine körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen oder weitere fachärztliche Einschätzungen sinnvoll sein. Differenzialdiagnostik bedeutet nicht, dass das Erlebte angezweifelt wird.

Eine gute Diagnostik ist transparent

Sie dürfen nach dem Zweck einzelner Fragen, der geplanten Dauer und dem Umgang mit Befunden fragen. Der Bedarf an Dolmetschung und Barrierefreiheit sowie kulturelle und diskriminierungsbezogene Erfahrungen sollten angemessen berücksichtigt werden.

Am Ende sollte verständlich erklärt werden, welche diagnostische Einordnung sich ergibt, welche Unsicherheiten bestehen und welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen. Bleibt die Einordnung unklar, kann eine zweite fachliche Einschätzung sinnvoll sein.

Medizinischer Hinweis

Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung für Erwachsene. Sie ersetzen keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Ein Online-Artikel oder Screening kann nicht feststellen, ob eine Traumafolgestörung vorliegt.

Häufige Fragen

Kann ein Online-Test PTBS diagnostizieren?

Nein. Fragebögen können Hinweise auf Beschwerden geben, ersetzen aber weder ein diagnostisches Gespräch noch eine Differenzialdiagnostik.

Muss ich alle Details des Ereignisses nennen?

Nicht in jeder Phase. Fachpersonal benötigt ausreichende Informationen, sollte dabei aber transparent, respektvoll und ohne unnötigen Druck vorgehen.

Wer darf PTBS diagnostizieren?

Die Diagnose erfolgt durch entsprechend qualifiziertes ärztliches oder psychotherapeutisches Fachpersonal.

Quellen

Eine namentliche fachliche Begutachtung liegt derzeit nicht vor; deshalb weisen wir keine Prüferzeile aus.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Trauma und PTBS.

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